Helmut Otto

 
Helmut Otto begann – Ende der 60er Jahre - sich auf Malen mit Wasserfarben zu konzentrieren. Zuerst waren es Gartenszenen mit Schuppen und Bäumen, Wegen, etwas Bauschutt und angelehnten Glasscheiben, mit Farbtupfern grob gemalt. Viele Landschaften in England entstanden, Bilder von wolkenreichen Himmeln, Zäunen, Hecken und Wiesen; Elektromasten und Straßenabschnitte fehlten dabei nicht.
Mit der Zeit wurde die Malweise immer feiner, detaillierter und - vor allem - immer lichter, wobei das eigentliche Weiß des Aquarellpapiers das strahlende Sonnenlicht darstellt. Dies wurde besonders intensiv bei den Bildern, die in Griechenland Anfang der 70er Jahre entstanden. Schatten werden in feinen Farbnuancen aufgetragen; Risse in Putz auf den Gebäuden werden in hellem Sonnenschein sichtbar. Die Vergänglichkeit seines Gegenstands wird im Bild für einen Moment fixiert. Dies zu schaffen war für Helmut Otto nur durch sein absolutes Farbgedächtnis möglich, denn um ein Aquarell zu fertigen, braucht es schon viele Stunden, in denen sich das Objekt bereits verändert hat.
Die Kunst der Malerei mit Wasserfarben ist äußerst schwierig, denn man kann nicht korrigieren. Ein Übermalen zum Überdecken geht nicht. In England, wo es eine lange Tradition von Malen mit Wasserfarben gegeben hat, ist das Verwenden von Deckweiß verpönt. Daran hat sich Helmut Otto streng gehalten.
Manchmal auf Landschaftsbilder besonders denjenigen aus Wales und England, wo sehr viel grün, sehr viele Wolken abgebildet sind, hat Helmut Otto das halbfertige Bild in der Badewanne mit Wasserstrahl und Bürste behandelt (man glaubt es kaum), um den gewünschten flächigeren Eindruck zu erzielen. In diesen Landschaften spürt man die Feuchtigkeit in der Luft.
Seit 1971 war Helmut Otto Professor an der PH Berlin, von 1980 bis 2002 Professor an der Universität der Künste Berlin. Er starb in Januar 2012 in Berlin.
 

Biografie


1937

geboren in Nordhausen/Harz

1957

Abitur in Northeim

1957-1959

Bundeswehr

1959-1964

Studium an der HfbK Berlin
Meisterschüler bei Prof. Volkert

1962-1963

Stipendiat des DAAD in Paris
Arbeit im Atelier von J. Friedlaender

1967-1971

Kunsterzieher in Berlin

1971-2002

Professor an der PH
seit 1980 Fachbereich 11 an der HdK Berlin

2002-2012

Arbeit im Atelier in Berlin-Steglitz
ehrenamtliche Malkurse im Bezirk

2012

gestorben in Berlin
 
Ausstellungen und Ausstellungsbeteiligungen von 1964 bis 2007 im In- und Ausland.



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